"Seltene Methode gegen Cybergrooming und Kindesmissbrauch: Nur zwei Bundesländer setzen auf »Scheinkindoperationen»"

// IN KÜRZE
Deutsche Ermittlungsbehörden nutzen selten die Methode der "Scheinkindoperationen" zur Bekämpfung von Cybergrooming und Kindesmissbrauch. Nur in Baden-Württemberg und Hessen wird diese Methode regelmäßig angewendet. Im Jahr 2020 wurde die Gesetzgebung hierfür verschärft, um Täter zu bestrafen, die vermeintliche Kinder im Netz kontaktieren. Professor Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger, Leiter des Instituts für Cyberkriminologie, fordert einen größeren Einsatz dieser Methode.

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Nach Recherchen von STRG_F setzen deutsche Ermittlungsbehörden die sogenannte Methode der "Scheinkindoperationen" nur selten ein, um aktiv gegen Cybergrooming und Kindesmissbrauch in sozialen Medien vorzugehen. Eine Befragung aller Bundesländer ergab, dass lediglich Baden-Württemberg und Hessen diese Methode anlassunabhängig nutzen. Dabei geben sich erwachsene Ermittler im Internet als Kinder aus, um Pädokriminelle zu überführen. Die Gesetzgebung wurde 2020 verschärft, so dass Täter auch strafbar sind, wenn sie vermeintliche Kinder im Netz kontaktieren und belästigen, die in Wahrheit Erwachsene sind. Professor Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger, Leiter des Instituts für Cyberkriminologie an der Polizeihochschule Brandenburg, hält eine vermehrte Anwendung der Methode für sinnvoll, da die Aufklärungsquote bei über 80 Prozent liegt.

Dennoch greifen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen nur bei anlassbezogenen Ermittlungen auf dieses Instrument zurück. Für Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gab es keine Auskunft dazu. Die restlichen zehn Bundesländer haben angegeben, keine "Scheinkindoperationen" durchgeführt zu haben. Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Jahr 2023 durch diese Methode insgesamt 164 Tatverdächtige ermittelt.

Professor Dr. Rüdiger bemängelt das geringe Abschreckungspotential aufgrund der seltenen Anwendung der "Scheinkindoperationen" durch die Polizei: "Das deutet für mich darauf hin, dass einige Tatverdächtige nur wenig Angst vor Strafverfolgung haben." Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit, angezeigt zu werden, eher gering eingeschätzt.

Undercover-Recherchen von STRG_F auf der App Likee zeigen jedoch, dass mit dieser Methode schnell Täter ermittelt werden könnten. Likee ist eine Plattform ähnlich wie TikTok, die allein im Google Playstore über 500 Millionen Mal heruntergeladen wurde. Aufgrund einschlägiger Missbrauchsurteile ist Likee in den Fokus von Ermittlern geraten.


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