24.04.2026 09:48

Behörden-Bündnis deckt Missstände auf St. Pauli auf: Sofortige Maßnahmen gegen Sozialleistungs-Missbrauch

// IN KÜRZE

Ein gemeinsamer Einsatz von Behörden in Hamburg-St. Pauli hat schwere Mängel bei der Unterbringung von Sozialleistungsbeziehern aufgedeckt. In drei Immobilien wurden Überbelegungen und bauliche Mängel festgestellt, was zu einer vorläufigen Nutzungsuntersagung führte. Betroffen sind insgesamt 37 Personen, darunter 13 Kinder.

24.04.2026 | Quelle : Polizei Hamburg  |  Original: Zur Originalmeldung

Am 22. April 2026 führte ein behördenübergreifender Einsatz in Hamburg-St. Pauli zur Aufdeckung erheblicher Missstände in der Unterbringung von Sozialleistungsbeziehern. Polizeipräsident Falk Schnabel und Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer zogen eine positive Bilanz aus dem Einsatz, der von mehreren Institutionen, darunter das Bezirksamt Hamburg-Mitte, die Polizei Hamburg, das Landeskriminalamt, das Jobcenter, die Familienkasse Nord und die Steuerfahndung, organisiert wurde.

Im Fokus des Einsatzes standen drei Objekte: Reeperbahn 66 und 68 sowie Hamburger Berg 31. Aufgrund vorliegender Daten vermutete das Jobcenter, dass dort insgesamt 23 Bedarfsgemeinschaften mit 37 Personen leben, darunter 13 Kinder. Überprüft wurden insbesondere die Wohnverhältnisse hinsichtlich Überbelegung, der tatsächlichen Anwesenheit gemeldeter Personen sowie des Aufenthalts nicht gemeldeter Personen.

In den Immobilien an der Reeperbahn, die zur Unterbringung von Wohnungsnotfällen dienen, stellten die Behörden erhebliche Bau- und Brandschutzmängel fest. Dazu zählten fehlende Rauchmelder sowie unzureichende oder gar nicht vorhandene Fluchtwege. Zudem fehlten die notwendigen Nutzungserlaubnisse für die Betriebe. Infolgedessen sprach das Bezirksamt Hamburg-Mitte eine vorläufige Nutzungsuntersagung für die insgesamt 23 Zimmer aus und forderte den Betreiber auf, die Unterbringung der betroffenen Personen bis 17 Uhr desselben Tages neu zu organisieren.

Im Mehrfamilienhaus am Hamburger Berg 31 wurden ebenfalls erhebliche Überbelegungen der Zimmer festgestellt. Die Fachdienststellen verfolgen diese Vorfälle weiter, insbesondere da auch Kinder betroffen sind. Zusätzlich besteht Verdacht auf eine unzulässige Nutzung der Räumlichkeiten zu Beherbergungszwecken, da entsprechende Genehmigungen und eine Gewerbeanmeldung nicht vorgelegt werden konnten.

Polizeipräsident Falk Schnabel betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit der Behörden: „Der Verbundeinsatz hat erneut gezeigt, dass wir in Hamburg erfolgreich an einem Strang ziehen. Gemeinsam haben wir eklatante Missstände aufgedeckt und wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner ergriffen.“

Auch Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, hob den Wert des koordinierten Handelns der Behörden hervor: „Die Ergebnisse werden nun sorgfältig ausgewertet, um die Situation für die Menschen vor Ort nachhaltig zu verbessern.“ Der Einsatz stellt einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Sozialleistungs-Missbrauch und unzulässige Unterbringungen dar und soll dazu beitragen, die Lebensbedingungen der betroffenen Personen zu verbessern.